Frauenrechte – immer erkämpft, niemals geschenkt!

Frauenrechte – immer erkämpft, niemals geschenkt!

Moers, Kreis Wesel 27.02.2026

Am 3. Mai 1957 beschloss der Deutsche Bundestag das „Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts”, das sogenannte Gleichberechtigungsgesetz.

Aber:

Erst 1958 dürfen Frauen ohne Erlaubnis ihres Mannes den Führerschein machen.

Bis 1958 verwaltete der Mann das von der Frau in die Ehe eingebrachte Vermögen, die Zinsen daraus sowie das Gehalt seiner Frau.

Erst seit 1962 dürfen Frauen ein eigenes Konto eröffnen und über ihr eigenes Geld entscheiden.

Verheiratete Frauen waren in Deutschland bis 1969 quasi überhaupt nicht geschäftsfähig. Größere Anschaffungen – etwa von Möbeln oder Haushaltsgegenständen – war Frauen bis dahin nicht ohne Einwilligung des Ehemannes erlaubt.

Bis 1977 durften eine Frau nur dann berufstätig sein, wenn das “mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar” war. Erst seit 1977 dürfen deutsche Frauen ohne Einverständnis ihres Mannes arbeiten.

1980 sorgte ein Gesetz über die Gleichbehandlung von Männern und Frauen am Arbeitsplatz dafür, dass Frauen zumindest laut Gesetz das gleiche Gehalt für die gleiche Arbeit bekommen müssen.

Alles reine Theorie?

Seit 1994 müssen sich Stellenausschreibungen an Männer und Frauen richten.

Vergewaltigung in der Ehe wurde erst am 1. Juli 1997 zu einer Straftat.Übrigens gegen die Stimmen der CDU/CSU und des heutigen Bundeskanzlers Friedrich Merz.

Bis zum Juli 2016 war eine Vergewaltigung nur dann strafbar, wenn sich die Frau für den Täter sichtbar körperlich gewehrt hat. Erst im dann beschlossenen neuen Sexualstrafrecht wird der Grundsatz „Nein heißt nein” verankert. Sexuelle Belästigung (Grapschen etc.) war bis dahin kein Straftatbestand.

Wie sieht die Realität aus?

Frauen verdienen nach wie vor durchschnittlich 18% weniger als Männer – im selben Job.

Die DKP Kreis Wesel/Kleve fordert: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!

Nur knapp jede dritte Führungskraft ist weiblich – derzeit ca. 29%. Mit dieser Frauenquote liegt Deutschland im EU-Vergleich nur auf Platz 20 von 27 Ländern; im EU- Durchschnitt sind 35 Prozent aller Führungskräfte weiblich.

Kinder gelten immer noch als Karrierebremse – jede zweite Frau hat Umfragen zufolge wegen der Familie mindestens einmal ihre Karrierewünsche aufgeben oder ändern müssen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf liegt in weiter Ferne.

Kindererziehung, Pflege von Angehörigen, Hausarbeit: Frauen wenden pro Tag im Durchschnitt 52,4 Prozent mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit auf als Männer. Auch im 21. Jahrhundert wird 80 Prozent der Care-Arbeit von Frauen erledigt.

Knapp 114.000 Frauen wurden im Jahr 2022 Opfer von häuslicher Gewalt. Fast jeden dritten Tag wird eine Frau von ihrem derzeitigen oder ehemaligen Partner getötet. Gleichzeitig befinden sich Frauenhäuser, Frauenberatungsstellen wie der Verein „Frauen helfen Frauen“ auch in Moers am finanziellen Limit, mehr noch: in einer existenziellen Krise.

 Wir fordern eine dauerhafte und existenzsichernde Unterstützung der Arbeit des Vereins „Frauen helfen Frauen“ und unterstützen dessen Antrag auf Erhöhung des städtischen Zuschusses.

Statt Hunderte Milliarden für die Rüstung brauchen wir Sondervermögen für die kaputtgesparten Kommunen, Bildung, Soziales, Gesundheitswesen, Klimaschutz, Infrastruktur und die Millionärssteuer.

 Am Internationalen Frauentag, dem 8.März gilt es, auch gegen Militarismus und Krieg aktiv zu werden.